Thomas Kleemann
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![]() Thomas Kleemann, Painter's Book 3, 2008 Mischtechnik auf Leinwand, 30 x 24 cm weitere Bilder 1 |
| 1954 | in Geesthacht geboren |
| 1975 - 1981 | Hochschule der Bildenden K¨nste, Berlin; Meistersch¨ler bei Prof. Johannes Geccelli |
| 1982 | Atelierstipendium der Stadt Kuopio, Finnland |
| 1983 | Stipendiat der Landesregierung Schleswig-Holstein, Casa Baldi, Olevano Romano, Italien |
| 1986 - 1988 | Stipendiat der Karl-Hofer-Gesellschaft, Berlin |
| - | lebt und arbeitet in Berlin und Melz/M¨ritz |
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Aus den Anfängen einer gestischen Malerei entwickelte Kleemann seine Dingbezogenheit, wie etwa in der
Werkgruppe Haus und Hof.
Seit 2007 drängt die Werkgenese wieder weg vom “Ding”. Farben und Strukturen f&uunm;gen sich
zu “Raum”, wobei illusionistische Anklänge und Farbräume einander durchdringen. Glaubt
man da einen säulengestützten Betonvorbau zu erkennen, wandelt sich die dritte Dimension hier in
Farbfläche, um in Struktur und Material doch Bildrelief zu realisieren. Die NEUEN BILDER führen ins
Labyrinth polyperspektivischer Weltanschauungen.
Thomas Kleemann ist im soliden Sinn des Wortes ein Maler. Er beherrscht Farbe in ihrer Substanz, weiß mit
Pigmenten und Materialien geradezu virtuos umzugehen. Trotz des konstanten Motivs der Linie, die aus Relieftiefe
entsteht, wird die Bildsprache kontinuierlich weiter entwickelt. Immer spricht das Ringen mit der Materie aus
diesen kraftvollen Werken, und immer transformiert sich die Spannung in Rhythmus, in eine energetisch uns
einnehmende Lebensbejahung. Ob in seinen typischen sinnlichen Rottönen oder in der vornehm
zurückhaltenden Weißgrauskala, die Bilder fesseln, ohne dass ein Motiv oder eine Erzählung
dafür verantwortlich gemacht werden können.
Wenn sich die neuesten Werke mit der Tradition des perspektivischen Raumes auseinander setzen, so fasziniert
die aus Erfahrung resultierende Mühelosigkeit, mit der komplexe Situationen entstehen. Auf einer tieferen
Ebene führt das Gesehene in ein Erleben “innerer” Räume. Wege öffnen sich, sind doch
verbaut, etwas lenkt wieder um, da findet sich das Überraschende.
Ausstellungsvita und Auszeichnungen entsprechen dem lebendigen Elan des Künstlers. Galerie Nothelfer,
Berlin, Kunstpreis des Bundesministers der Justiz, Berlin-München-Karlsruhe-Bonn, Kulturhaus Kuopio,
Finnland, Kulturhaus Darmstadt, Galerie am Großneumarkt, Hamburg, Kunstverein Husum, Ankauf der Werke
durch die Allianz, Berlin, die Berlinische Galerie, Berlin, Commerzbank Berlin, debis AG, Berlin, DekaBank,
Frankfurt a.M., Iduna Versicherung, Hamburg, Kultusministerium Schleswig-Holstein, Sparkasse Kiel, Schering AG,
Berlin (Auswahl).
Ingeborg Besch
Anmerkungen zur Malerei Thomas Kleemanns
Das Erste, was beim Betrachten der Bilder Thomas Kleemanns ins Auge fällt, ist ein breiter, schraffurhafter
Pinselstrich. Quastenartig, pastos, bestehend aus satter Binderfarbmasse und überkront mit Siliziumasche,
ergibt er eine reliefartige, mit allen Schattierungen zwischen Schwarz und Weiß spielende Architektur.
Diese Grundstrukturen und ihre Grauvarianten sind die Basis für eine faszinierende Impression von Tiefe; sie
imaginieren dreidimensionale Räumlichkeit in der Fläche des Bildträgers - so plastisch und so
intensiv, dass der Blick des Betrachters buchstäblich in die Tiefe der Räume eingesogen wird.
Trotz der Plastizität des Farbauftrags bleiben die Bilder durchsichtig, sind sie vielschichtig, erscheinen
sie spielerisch. Durch die Zufügung von selten mehr als einer leuchtkräftigen Farbe - lichtdurchflutetes
Gelb, strahlendes Kobaltblau, glutvolles Rot-Orange, irdene Brauntöne - entstehen verrätselte Farb-
und Lichträume. weder real noch virtuell, vielmehr imaginative Räume, die auf geheimnisvolle Weise im
spontanen Malakt aus der Intuition des Künstlers entstehen. ( ... )
Wer will, wer seinem konventionellen Auge folgt und Bildtiteln traut, sieht in den Bildern Bücher, Avenuen,
Häuser, Hangars, Bahnhöfe, Fenster, flaches Land.... Eine solche Wahrnehmung ist zulässig, verengt
aber doch den Blick und wird der Malerei nicht gerecht.
Kleemanns Bilder sind eben keine Abbilder, haben keine realen Objekte im Sinn. Sie sind ebenso wenig realistisch
wie abstrakt, vielmehr sind sie reine Produkte seines malerisch-kompositionellen Wollens und Könnens.
Anders gesagt: Diese Bilder, die in keine Stil- und Richtungsschublade passen, können getrost als
transversale Malerei betrachtet werden. (...)
Björn Engholm
(Auszüge aus: Anmerkungen zur Malerei Thomas Kleemanns,
Katalog: Thomas Kleemann, Malerei 1985 - 2005, Ostholstein-Museum)
| 1980 | 2. Ankauf im Wettbewerb "Kunst im Stadtraum", Berlin |
| 2000 | Wandbild "The green Image", 270 X 470 cm, Schering AG, Vorstandslobby, Hauptverwaltung, Berlin |
| 2001 | Teilnahme am geschlossenen Wettbewerb "Kunst am Bau", Neubau der Gesamtschule Emser Straße - Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin |
| Johann Schlick, "Die Stiftung Hans.H. Henseleit - Stationen einer Sammlung", Katalog "Hans.H.Henseleit-Stiftung", Kiel 1993 |
| Hermann Wiesler, "Realität in Farbe übersetzt", Katalog "Thomas Kleemann", Berlin 1987 |
| Hermann Wiesler, "Bilderleben. Texte zur modernen Kunst. Bilder und Künstler 1967 - 1992", Wienand Verlag, Köln 1992 |
| Hermann Wiesler, "Sensibilität - handfest und klar", Katalog "Thomas Kleemann - Malerei 1989 -1994 |
| Hermann Wiesler, "Bilderleben II.", Herausgeber, C. Pricelius, Berlin, 2001 |
| Wilhelm Gauger, "Imagination strichweise", Katalog " Thomas Kleemann - Malerei 1994 - 2001",
Berlin, 2001 ISBN 3-00-007622-0 |
| Manfred Giesler, "Ein Brief" |
| Björn Engholm, Katalog, "Thomas Kleemann - Malerei 1985 - 2005", Berlin 2005 ISBN 3-00-015549 |
| Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler, K.G.Saur Verlag GmbH, München, Leipzig, 1. Jahrgang 2005 |
